Freiheit voraus – Kubicki feuert an

Neumünster – Winterliche Straßen, rutschige Autobahnen und eisige Temperaturen – die Anreise zum Landesparteitag der FDP Schleswig-Holstein am Wochenende war für viele eine Herausforderung. Doch die Delegierten aus dem Kreisverband Herzogtum Lauenburg ließen sich davon nicht aufhalten. Mit 14 Vertretern vor Ort waren sie ein starkes liberales Team aus dem Herzogtum. Und erlebte dabei nicht nur politische Momente, sondern auch einige Überraschungsmomente.
Ein besonderes Highlight: die mit Spannung erwartete Rede von Wolfgang Kubicki. In gewohnt markanter Manier rief er dazu auf, nicht in Umfragewerten zu schwelgen, sondern am Wahlabend die entscheidenden Stimmen einzufahren. „Menschen brauchen keine Erziehungsberechtigten“, schoss er in Richtung der Grünen und ihrer Politik. Die FDP stehe für Eigenverantwortung und gegen eine überbordende Bürokratie, die Innovation und Wachstum lähmt.
Doch es wurde nicht nur über das eigene Programm gesprochen, sondern auch über politische Gegner. Kubicki stellte klar: Die AfD sei nicht stark, weil ihre Ideen gut seien, sondern weil andere Parteien Probleme nicht lösen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Migration richtig gesteuert werden müsse – mit Fachkräften, die Deutschland weiterbringen, und nicht mit integrationsunwilligen jungen Männern. Und dann die entscheidende Frage: „Wer glaubt denn ernsthaft, dass Habeck Kanzler wird oder Scholz bleibt?“ – die Antwort überließ er dem Publikum, das nur schmunzelte.
Aber der Landesparteitag hatte noch mehr auf Lager. In einem Grußwort traten zwei unerwartete Unterstützer für eine starke FDP im Bundestag auf: Schauspieler und „Tatort“-Star Jan-Josef Liefers, bekannt für seine kritischen Kommentare zur aktuellen Politik, und – man höre und staune – Sigmar Gabriel von der SPD. Ja, ausgerechnet Gabriel, einst Vorsitzender der Sozialdemokraten, erklärte, warum eine starke FDP wichtig sei. Ein Moment, der für viele im Saal überraschend kam, aber auch zeigt, dass liberale Politik über Parteigrenzen hinweg Unterstützung findet.

In den anschließenden Debatten wurden zentrale Anträge beschlossen, die Schleswig-Holstein und Deutschland voranbringen sollen. Der Leitantrag „Es geht um alles – für Freiheit und Wohlstand“ setzt auf wirtschaftliche Freiheit, weniger Bürokratie und mehr Netto vom Brutto. Ein weiteres wichtiges Thema: die Wohnraumknappheit. Die FDP will es Unternehmen erleichtern, Personalwohnungen zu bauen – mit steuerlichen Vorteilen, aber ohne überbordende Vorschriften. Auch die Veranstaltungsbranche stand im Fokus. Die Freien Demokraten fordern weniger bürokratische Hürden für ehrenamtliche Feste und Kulturveranstaltungen, damit Vereinsfeste, Nachbarschaftsfeiern und Dorfveranstaltungen nicht an komplizierten Auflagen scheitern.
Der Kreisverband Herzogtum Lauenburg blickt nun motiviert auf die letzten Tage vor der Wahl. „Wir stehen für Freiheit, Eigenverantwortung und wirtschaftlichen Fortschritt – und das ist genau das, was unser Land jetzt braucht“, betonten die anwesenden Delegierten. Mit Rückenwind aus Neumünster geht es nun auf die Zielgerade des Wahlkampfs – und am kommenden Sonntag wird sich zeigen, ob die Wählerinnen und Wähler diesen Kurs unterstützen.